Word – AutoFormat (1)

Die AutoKorrekur kennt in Word sicher jeder – aber was macht AutoFormat? Es gibt zwei Registerkarten: AutoFormat während der Eingabe und AutoFormat. Beide finden Sie in der AutoKorrektur:

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  • AutoFormat während der Eingabe bzw. AutoFormat

Heute geht es zuerst um das “AutoFormat während der Eingabe” – morgen geht es mit “AutoFormat” weiter.

Mit den Einstellungen “AutoFormat während der Eingabe” bestimmen Sie, was während des Schreibens passiert. Wenn ich 1/2 tippe – soll dann das Sonderzeichen für “Halb” geschrieben werden oder soll “eins Schrägstrich zwei” stehen bleiben?

Drei Bereiche bietet der Dialog:

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Bei (1) stellen Sie einige Kleinigkeiten ein oder aus – Kleinigkeiten, die nett sind oder die Ihnen den letzten Nerv rauben können.

  • Gerade Anführungszeichen durch typographische
    Auf der Tastatur sind nur gerade Anführungszeichen oben – sowohl die einfachen als auch die doppelten. Typographisch korrekt für Deutsch ist aber am Wortanfang unten und am Wortende oben. In Englischen Texten sind sie am Anfang und Ende oben, aber mit unterschiedlicher Neigung – immer zum Wort hin. Französische Texte brauchen Guillemets, Chevrons oder Möwchen. Was es damit auf sich hat, können Sie in der Wikipedia nachlesen, das wiederhole ich jetzt nicht alles.
    Warum heißt es “typographische” und nicht einfach “deutsche” Anführungszeichen? Das AutoFormat richtet sich nach der Rechtschreibsprache des Textes. Englische Texte bekommen automatisch Englische Anführungszeichen, Französische Texte die Chevrons und deutsche Texte eben unsere Gänsefüße.
  • Bruchzahlen durch Sonderzeichen
    Einige Bruchzahlen haben Sonderzeichen, aber nicht alle. Nur die Sonderzeichen aus dem Subset “Lateinisch 1” werden automatisch ersetzt: 1/4, 1/2 und 3/4. Die übrigen Brüche aus dem Subset “Zahlenzeichen” können Sie nur über “Einfügen | Symbol” einfügen.
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  • Englische Ordnungszahlen (1st) hochstellen
    Das geht nur im Text mit Englischer Rechtschreibsprache. Dann werden 1st, 2nd, 3rd etc. korrekt mit hochgestellten kleinen Buchstaben geschrieben.
  • Bindestriche durch Geviertstriche
    Ein Geviertstrich ist ein sehr langer Strich.  Er wird automatisch gesetzt, wenn man zwei Bindestriche tippt oder wenn Word erkennt, dass ein Gedankenstrich (also ein langer Strich) gesetzt werden muss. Leider erkennt Word das nicht immer so richtig und das Ergebnis ist dann ein wildes Durcheinander aus (korrekten) langen und (nicht immer korrekten) kurzen Strichen. Mir ist es lieber, ich habe durchgängig die weniger korrekten kurzen Bindestriche. Bei mir ist diese Option darum in der Regel deaktiviert. Lange Striche mache ich von Hand.
  • *Fett* und _kursiv_ durch Normalformatierung
    Vor langer, langer Zeit, als Mailprogramme noch keine Schriftformatierungen zeigen konnten, habe ich mit Sternchen vor und hinter dem Wort Fettdruck signalisiert und mit den Unterstrichen davor und dahinter den Kursivdruck. Hat jemand den Mailtext in ein Schreibprogramm kopiert, wurden daraus eben Fett und Kursiv. Heute nicht mehr nötig. Kann man also ignorieren.
  • Internet- und Netzwerkpfade durch Hyperlinks
    Aus Mailanschriften, Internetadressen oder Netzwerkpfaden (C:\…) werden automatisch blau formatierte, unterstrichene Hyperlinks. Manchmal sinnvoll, manchmal nicht.

Am wenigsten geliebt sind wohl die Automatismen unter (2). Man tippt nichtsahnend am Zeilenanfang 1., drückt die TAB-Taste und – schwupps – fängt eine Aufzählung an. Mit Einrückung und allem Drum und Dran. Genauso geht das bei Bindestrich am Zeilenanfang.

  • Automatische Aufzählung
    Bindestriche oder Sternchen am Zeilenanfang, gefolgt von einem Tabulator beginnen eine Aufzählung mit Strich bzw. Bullet-Point.
  • Automatische Nummerierung
    1. oder 1) oder a. oder a) am Zeilenanfang, gefolgt von Tab beginnen eine Aufzählung mit Zahlen bzw. Buchstaben.
  • Rahmenlinien
    Mindestens drei Bindestriche gefolgt von Enter erzeugen eine waagerechte Linie; mindestens drei Gleichheitszeichen (=) plus Enter erzeugen eine Doppellinie.
  • Tabellen
    Das ist etwas kurios und stammt auch noch Zeiten, an die sich keiner mehr erinnert. Word konnte damals noch keine richtigen Tabellen und wir haben wild simuliert mit Pluszeichen und Bindestrichen. Das sah dann so aus:
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    Aus diesen Pluszeichen und Bindestrichen kann Word eine Tabelle machen. Auch nicht mehr sehr gefragt.
  • Integrierte Formatvorlagen für Überschriften
    Wenn dieser Punkt aktiviert ist (bei mir ist er IMMER ausgeschaltet), wird automatisch die Formatvorlage “Überschrift 1” zugewiesen, wenn Sie eine Zeile mit maximal fünf Worten schreiben und danach zweimal ENTER drücken. Die “Überschrift 2” wird zugewiesen bei Tab am Zeilenanfang, ebenfalls maximal fünf Worten und zweimal ENTER. Ich mache das lieber selber mit ALT+1, ALT+2, ALT+3 oder mit SHIFT+ALT+Pfeiltaste nach rechts bzw. links.

Und wenigsten verständlich sind die Optionen unter (3).

  • Listeneintrag wie vorherigen formatieren
    Aus der Word-Hilfe: Formatiert den Lead-In-Text eines Listenelements wie den Lead-In-Text des vorherigen Listenelements. Die Lead-In-Formatierung wird bis zum ersten Satzzeichen im Listenelement angewendet (z. B. Punkt, Doppelpunkt, Bindestrich, Gedankenstrich, Fragezeichen, Ausrufungszeichen oder ähnliches Zeichen).
    Verstanden? Gemeint ist, dass bei einer Liste das Wort links vom Doppelpunkt oder Bindestrich immer gleich formatiert wird. Unten wurde das erste Wort der Liste “Beginn:” fett und grün formatiert, nach ENTER am Zeilenende wird automatisch grün und fett begonnen, bis ich wieder einen Doppelpunkt tippe – danach folgt normaler Text.
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  • Linken und ersten Zeileneinzug mit Tabstopps und Rücktaste festlegen
    In einem bestehenden Absatz wird am Beginn der ersten Zeile die Tab-Taste gedrückt. Damit wird nicht die erste Zeile auf einen Tabulator eingerückt, sondern der gesamte Absatz wird als hängender Einzug eingerückt. Die AutoKorrektur meldet sich auch mit dem “Blitz” und bietet die Rückkehr zum einfachen Tabstopp an.

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    Die Rücktaste löscht den hängenden Einzug und kehrt zum komplett linksbündigen Einzug zurück.

  • Formatvorlagen basierend auf Formatierung definieren
    Sobald ein Text von Hand genauso formatiert wird wie eine vorhandene (integrierte) Formatvorlage, wird die Formatvorlage angewandt. Darum werden übrigens so viele Texte mittendrin als “Kopfzeile” formatiert. Der Anwender hat – ohne es zu bemerken – die gleiche Formatierung wie für die Kopfzeile manuell zugewiesen: Schriftgröße, Tabulatoren, Abstand davor / danach. Word “erkennt” die Formatierung und weist “Kopfzeile” zu.

Morgen geht es mit “AutoFormat” weiter.

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