Windows 10–Desktopsuche

Ein Blog aus der Reihe – das heißt immer, dass ich meinem Ärger Luft machen muss!

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Viele meiner Anwender finden unter Windows 10 die alte Desktopsuche aus Windows 7 nicht mehr wieder und ärgern sich darüber, dass Windows 10 erst mal nur im Internet sucht, eigene Dokumente zögerlich oder gar nicht anzeigt und Outlook-Elemente komplett ignoriert.

Die neue Suche funktioniert in erster Linie über den Sprachassistenten Cortana. Cortana erkennen Sie im Suchfeld neben dem Windows-Startmenü an dem Kreis vor “Zur Suche Text hier eingeben”.

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Nach einem Klick in das Textsuchfeld startet Cortana. Eine Deaktivierung von Cortana ist nicht vorgesehen und kann nur über die Registry erfolgen. Da das aufwändig ist und je nach Version auch unterschiedlich funktioniert, verweise ich auf diesen sehr ausführlichen Artikel.

Klappen Sie hingegen zuerst das Windows-Startmenü auf und tippen dann in das Suchfeld, geht es ohne Cortana. Die Suche wird standardmäßig überall durchgeführt: zuerst mal im Internet, dann in den Apps und in den Dateien. Um auf Dateien einzuschränken, klicken Sie auf das “Dokumente”-Symbol in der Suche:

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Es ist mit einer Änderung in der Registry möglich, die Websuche zu deaktivieren (aber ich weiß nicht, ob das auch in den aktuellen Windows-10-Versionen noch funktioniert). Eine Einstellung, wo ich standardmäßig suchen will, gibt es nicht.

Meine Erfahrung mit dieser Suche sind schlecht. Mit der Desktop-Suche sollen angeblich alle Dateien gefunden werden, die vorher indiziert wurden. Diesen Suchindex kann man in der Systemsteuerung mit “Indizierungsoptionen” einsehen, ändern und auch neu anlegen.

Standardmäßig wird der Benutzerordner, das Startmenü und unsinnigerweise Outlook als Indizierungsort angegeben. Outlook wird unter Windows 10 nicht mehr aus dem Startmenü durchsucht; bis Outlook 2010 können Sie noch aus dem Windows Explorer nach Mails suchen, ab Outlook 2013 ist auch das vorbei. Eine Indizierung der Outlook-Datei ist darum absolut sinnlos.

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Mit Klick auf “Ändern” können Sie die Laufwerke und Ordner bestimmen, die indiziert werden sollen.

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Das dauert lange, sehr lange:

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Die Ergebnisse sind bei mir dennoch immer durchwachsen. Besonders ärgerlich ist, dass seit Outlook 2013 die Desktopsuche nicht mehr für Outlook funktioniert. Damit habe ich keine Chancen mehr, alle Dateien und Mails zu einem Thema an einer Stelle anzuzeigen. Ich suche jetzt zweimal: mit der unsäglichen Outlook-Suche nach Mails und mit der Desktop-Suche nach Dateien. Das ist unerträglich.

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Es ist nicht empfehlenswert, alle Laufwerke und Ordner auf Verdacht zu indizieren. Sie schlafen dann bei der Suche vor dem Monitor ein. Ihnen wird Moos an der Maus wachsen und Ihr Haar wird lang und grau.

Beschränken Sie die Indizierung auf die Laufwerke und Ordner, in denen wahrscheinlich die Information zu finden ist. Sie müssen dann das Risiko eingehen, häufig nicht fündig zu werden.

Wer (wie ich) oft nach Dateien sucht, die in den Programmverzeichnissen liegen, hat einfach Pech gehabt. Bei mir betrifft das Vorlagen, AutoKorrektur-Dateien, Schnellbaustein-Dateien etc. etc. – entweder indiziere ich C: und setze Moos an oder ich verzichte darauf.

Etwas besser finde ich die Suche im Windows-Explorer. Sie ist schneller (naja) und liefert mehr Ergebnisse. Denken Sie daran: Outlook kann nur bis zur Version 2010 aus dem Explorer durchsucht werden.

Für mich ist das alles steinzeitlich. Ich brauche eine ordentliche, schnelle, zuverlässige Suche:

  • Dokumente und Outlook-Elemente müssen gefunden werden (also Mails, Kontakte, Termine, Aufgaben, Notizen)
  • Ich muss einstellen können, was ich standardmäßig durchsuchen will (Web ja oder nein – eher nein)
  • Suche nach Metadaten muss möglich sein (Titel, Dateikommentare, letzter Bearbeiter)
  • Ich muss schnell die Suche einschränken können auf Ordner, Dateitypen, Datum, Autor etc.
  • Ich brauche die Möglichkeit nach “UND” bzw. “ODER” zu unterscheiden: München und Köln, München oder Muenchen. Eine phonetische Suche sollte eigentlich auch machbar sein: München oder Muenchen ist das Gleiche. Google kann das.
  • Platzhalterzeichen ? und * sowie Phrasensuche mit Anführungszeichen … ist auch nicht zu viel verlangt.
  • Die Vorschau auf die Dokumente ist zwingend notwendig
  • Die Dateien sollten aus der Suche direkt druckbar sein, idealerweise kann ich in der Datei etwas bearbeiten – zumindest das Kopieren von Texten muss möglich sein
  • Ein schneller Zugriff auf den Speicherort aus dem Suchergebnis ist notwendig

Und ganz ehrlich? Ich kann darauf verzichten, mich mit Cortana zu unterhalten. Ich bin aus dem Alter raus, in dem ich mich über eine Puppe gefreut habe, die “Mama” sagt, wenn man sie auf den Bauch legt. Ich muss dummerweise mit dem Computer arbeiten und brauche funktionierende Werkzeuge, kein Spielzeug.